Die Geschichte der Osteopathie



Die Osteopathie entstand vor über 120 Jahren in Amerika. Andrew Taylor Still (1828-1917), ein Arzt, hat die Prinzipien der Osteopathie entdeckt und damit eine neue Medizin begründet. Da er mit manuellen Techniken über die Knochen (gr. osteon) indirekt die Leiden (gr. patheios) seiner Patienten linderte, nannte er diese neue Medizin Osteopathie. Der Begriff "Knochen" steht hier stellvertretend, alle anderen Gewebearten wie Muskeln, Sehnen, Bänder oder Organe sind mit einzubeziehen. Still verstand den Menschen in seiner Einheit aus Körper, Seele und Geist als Teil einer vollkommenen Schöpfung. Er erforschte die dynamischen Wechselwirkungen zwischen Struktur und Funktion und er war überzeugt, dass die Fähigkeit zur Selbstheilung vom Fließen der Körperflüssigkeiten abhängt.

Seit A.T. Still hat sich die Osteopathie rasant weiterentwickelt und verzeichnet größte Zuwachsraten. Von USA aus kam die Osteopathie ca. 1920 nach England und von dort aus auch in andere europäische Länder wie Frankreich oder Belgien. In Deutschland war bisher mehr die Chiropraktik oder Chirotherapie bekannt, eine mit der Osteopathie verwandte, aber von anderen Grundsätzen ausgehende Methode. Seit ca. 1990 wird die Osteopathie auch in Deutschland gelehrt und hat sich als komplementärmedizinische Methode etabliert (der größte Berufsverband hat inzwischen ca. 2000 Mitglieder).

In Amerika schließt die Ausbildung mit dem Doctor of Osteopathy ab (DO). In England und Frankreich ist Osteopathie als Berufsstand in der Zwischenzeit voll anerkannt. In Deutschland wird Osteopathie überwiegend von Heilpraktikern und Physiotherapeuten (diese allerdings nur mit ärztlicher Verordnung) ausgeübt. Die Qualitätsmarke D.O. steht für eine 5-6 jährige Ausbildung mit über 1300 Stunden und die Anfertigung einer wissenschaftlichen Arbeit.